Was kann ich tun?
Eine Schwangerschaft ohne Alkoholkonsum zur Vermeidung von FASD gelingt am besten mit Unterstützung durch ein starkes, sensibles Netzwerk. Statt erhobenem Zeigefinger setzt eine sensible Verhaltensprävention auf eine offene, wertschätzende Kommunikation, die Druck von den werdenden Eltern nimmt und sie aktiv bestärkt.
Menschen mit Kinderwunsch & werdende Eltern
- Empathischer Selbstschutz statt Verzichtsschmerz: Betrachten Sie den Alkoholverzicht ab dem Tag der Kinderplanung bzw. dem Bekanntwerden der Schwangerschaft nicht als Einschränkung, sondern als das erste, größte Geschenk für die Gesundheit Ihres Kindes. Suchen Sie bei Unsicherheiten frühzeitig und ohne Scham das Gespräch mit Fachleuten – zum Beispiel mit Ihrer Hebamme, ihrer Gynäkologin oder ihrem Hausarzt –, denn jeder alkoholfreie Tag schützt die Entwicklung des ungeborenen Lebens.
Familie & Partnerschaft
- Gemeinsam schwanger: Teilen Sie die Verantwortung aktiv, indem Sie als Partner oder Partnerin während der Schwangerschaft und Stillzeit auch den Alkoholkonsum reduzieren oder komplett einstellen. Zeigen Sie emotionalen Rückhalt und fangen Sie sozialen Druck von außen ab, um der Schwangeren einen stressfreien, geschützten Raum zu bieten.
- Achten Sie gemeinsam auf eine gesunde Ernährung: Getränke mit einer Kennzeichnung »0,0 %« sind in der Regel komplett alkoholfrei. Produkte, die bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten, dürfen als »alkoholfrei« bezeichnet werden. Die 0,0% Angabe ist bislang eine freiwillige Angabe der Hersteller.
- Mit Alkohol kochen: Sicher ist es, komplett auf Alkohol beim Kochen zu verzichten. Wenn man den Topf oder die Pfanne mit einem Deckel verschließt, tropft der kondensierte Alkohol wieder zurück ins Essen. Besser ist es, das Gericht lange und ohne Deckel köcheln zu lassen.
Freundeskreis
- Alkoholfreie Solidarität: Schaffen Sie ein entlastendes Umfeld bei Partys oder Treffen, indem Sie ganz selbstverständlich attraktive alkoholfreie Alternativen anbieten und das Thema Alkoholverzicht niemals rechtfertigen lassen. Bestärken Sie die werdenden Eltern aktiv in ihrer Entscheidung und vermeiden Sie Sprüche wie »Ein Schluck wird schon nicht schaden«.
Kolleginnen & Kollegen am Arbeitsplatz
- Rücksichtnahme ohne Ausfragen: Akzeptieren Sie im beruflichen Kontext jede Ablehnung von Alkohol bei Firmenfeiern oder Teamevents sofort und ohne neugierige Nachfragen. Schützen Sie die Privatsphäre der Betroffenen vor Gerüchten und etablieren Sie eine moderne Unternehmenskultur, in der das Anstoßen mit alkoholfreien Getränken absolut gleichwertig ist.
Was können wir alle tun?
- Entstigmatisierung und Aufklärung: Tragen wir zu einem gesellschaftlichen Umdenken bei, indem wir das Bewusstsein schärfen, dass Alkoholverzicht in der Schwangerschaft kein reines »Frauenthema«, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist. Unterstützen und teilen Sie öffentliche Kampagnen zu diesem Thema, um Vorurteile abzubauen und flächendeckend zu informieren.