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Kinderschutz und Frühe Hilfen

Der Freistaat Sachsen widmet dem sicheren Aufwachsen und der gesunden Entwicklung junger Menschen besondere Aufmerksamkeit. Um den präventiven Kinderschutz in Sachsen voranzubringen, hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz im Jahr 2008 das »Sächsische Handlungskonzept für präventiven Kinderschutz« erstellt und im Sommer 2010 fortgeschrieben.

Zentrale Maßnahmen sind:

  • die Unterstützung der örtlichen Ebene durch umfangreiche Förderungen des Freistaates für den Aufbau regionaler Netzwerke für Kinderschutz und Frühe Hilfen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsens sowie zur Stärkung der präventiven, aufsuchenden Arbeit der Jugendämter,
  • die Implementierung von Strukturen und Verfahrenswegen zur Wahrnehmung von Kinderschutzaufgaben in sächsischen Krankenhäusern und die Verbesserung der Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe,
  • die Umsetzung des Sächsischen Kindergesundheits- und Kinderschutzgesetzes sowie
  • die Prävention von sexuellem Missbrauch durch therapeutische Hilfen für Männer mit pädophilen Neigungen, die noch nicht oder nicht mehr im Visier der Staatsanwaltschaft stehen.

Ein weiterer Bestandteil des Handlungskonzeptes ist die breit angelegte Öffentlichkeitskampagne »Stoppt Gewalt gegen Kinder!«, für die das Ministerium im Jahr 2008 den Politik-Award-Preis erhalten hat.

Rahmenkonzept »Frühe Hilfen im Freistaat Sachsen«

In Abstimmung mit den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen im Rahmen des Bundeskinderschutzgesetzes, insbesondere der Bundesinitiative Frühe Hilfen nach Paragraf 3 Absatz 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG), wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz im Herbst 2012 das Rahmenkonzept »Frühe Hilfen im Freistaat Sachsen« erarbeitet.

Das Konzept ist zugleich eine wesentliche Voraussetzung für die Zuweisung der Bundesmittel aus der genannten Initiative.

Die Mittel werden größtenteils an die Landkreise und kreisfreien Städte weitergeleitet und können dort unter anderem für Familienhebammen, zum Ausbau und zur Weiterentwicklung der regionalen Netzwerke für Kinderschutz und Frühe Hilfen oder für die Förderung von Ehrenamtsstrukturen im Kontext Früher Hilfen eingesetzt werden.

Sexueller Kindesmissbrauch

Im März 2010 wurden durch die Bundesregierung die Einrichtung eines Runden Tisches zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich sowie eine Unabhängige Stelle für die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs beschlossen.

Johannes-Wilhelm Rörig hat als Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs am 1. Dezember 2011 die Nachfolge der ehemaligen Beauftragten Dr. Christine Bergmann angetreten. Betroffene sexuellen Missbrauchs, aber auch Angehörige von Betroffenen sowie Menschen, denen Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch im privaten oder beruflichen Kontext auffallen, können sich an den Unabhängigen Beauftragten wenden.

Die Gespräche werden von einem Team aus Fachkräften entgegengenommen, die aus dem Bereich Sozialpädagogik, der Psychologie, der Medizin und der Beratung kommen und über langjährige Fachkenntnisse und Erfahrung im Umgang mit sexuellem Missbrauch verfügen. Die Fachkräfte nehmen die Berichte und Anliegen der Betroffenen individuell auf und nehmen sich Zeit für jedes einzelne Gespräch. Wenn gewünscht, werden Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung für Betroffene aufgezeigt.

Über folgende Rufnummer können Sie mit dem Unabhängigen Beauftragten kostenfrei und anonym in Kontakt treten:

Telefonnummer: 0800 2255530

Telefonsprechzeiten:

 Montag und Mittwoch   9 bis 14 Uhr
 Dienstag und Freitag 16 bis 21 Uhr 
 Sonntag 15 bis 20 Uhr
 Feiertag keine Sprechzeit
 24. und 31. Dezember keine Sprechzeit 

Schriftlich ist der Unabhängige Beauftragte unter diesen Kontaktdaten erreichbar:

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindermissbrauchs
Postfach 11 01 29
11018 Berlin

Fax: (030) 18555-41555
E-Mail: kontakt@ubskm.bund.de

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Unabhängigen Beauftragen für Fragen des sexuellen Kindermissbrauchs.

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