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Bundeselterngeld

Mit dem Elterngeld werden Mütter und Väter unterstützt, die bereit sind, im Beruf kürzer zu treten, wenn die Familie wächst.

Die meisten Eltern sind heute bei der Geburt des Kindes erwerbstätig. Die ersten zwölf Monate mit einem Kind erlebten bisher viele Mütter und Väter als »wirtschaftliche Achterbahn«. Insbesondere im wichtigen ersten Lebensjahr des Kindes brauchen junge Familien aber finanzielle Sicherheit. Das Elterngeld soll das wegfallende Erwerbseinkommen zumindest zum Teil ersetzen. Der Elternteil, der sich um das Kind kümmert und deshalb in der Zeit bis zum 14. Lebensmonat des Kindes auf Erwerbsarbeit verzichtet, erhält 65 bis 67 Prozent seines vorherigen Nettoeinkommens, maximal 1.800 Euro pro Monat. Mütter und Väter ohne Einkommen erhalten eine Mindestleistung in Höhe von 300 Euro. Auf Wunsch können Sie sich das Elterngeld - bei gleichem Gesamtbudget - in halber Höhe über den doppelten Zeitraum auszahlen lassen. Wie Mütter und Väter die Bezugszeiten untereinander aufteilen, bleibt weitgehend ihnen überlassen. Ein Elternteil kann Elterngeld maximal bis zu zwölf Monate lang erhalten; für Alleinerziehende gelten Ausnahmen. Zwei weitere Monate Elterngeld können bezogen werden, wenn sich bei mindestens einem Elternteil im Bezugszeitraum für zwei Monate das Erwerbseinkommen gegenüber dem maßgeblichen Einkommen vor der Geburt des Kindes vermindert. Ziel dieser Regelung ist es, die Rolle der Väter bei der Erziehung der Kinder im Arbeitsleben wie in der Gesellschaft zu stärken. In Schweden beispielsweise sind »Vätermonate« seit vielen Jahren etabliert - dort nutzen 80 Prozent der Väter ihre Elternzeit.

Ab 2011 erhalten Spitzenverdiener kein Elterngeld mehr. Dies betrifft Alleinerziehende mit mehr als 250.000 oder Eltern mit mehr als 500.000 Euro zu versteuerndem Gesamteinkommen im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes.

Den Antrag auf Elterngeld können Sie telefonisch, per E-Mail oder schriftlich bei den Elterngeldstellen der Landkreise und Kreisfreien Städte anfordern und ihn ausgefüllt entweder persönlich abgeben oder der Elterngeldstelle postalisch übermitteln.
Bundeselterngeld wird rückwirkend nur für drei Monate vor Beginn des Monats des Antragseinganges gezahlt.

ElterngeldPlus

Für Eltern, deren Kinder ab 1. Juli 2015 geboren werden, erweitern sich die Möglichkeiten des Leistungsbezuges durch das »ElterngeldPlus« und durch den »Partnerschaftsbonus« sowie die Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Elternzeit.

Wer nach der Geburt eines Kindes Teilzeit arbeitet, kann mit den Neuregelungen länger Elterngeld beziehen. So können aus einem Elterngeldmonat zwei »ElterngeldPlus-Monate« werden. Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie zusätzlich einen »Partnerschaftsbonus« in Form von jeweils vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten.

Das ElterngeldPlus ersetzt das wegfallende Einkommen abhängig vom Voreinkommen zu 65 bis 100 Prozent – so wie das bisherige Elterngeld auch. Monatlich beträgt das ElterngeldPlus maximal die Hälfte des Elterngeldes, das den Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde. Das ElterngeldPlus wird für den doppelten Zeitraum gezahlt.

Auch Alleinerziehende können ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus nutzen. Sie können sie diese Monate zusätzlich erhalten, wenn sie die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b EStG) erfüllen.

Auch die Elternzeit wird flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Eltern, deren Kinder ab 1. Juli 2015 geboren werden, können ihre Elternzeit auf drei statt bisher zwei Zeitabschnitte verteilen und sie können 24 statt bisher 12 Monate Elternzeit zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes nehmen.