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Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihr Kind...

  • nur noch zu bestimmten Zeiten isst, immer das Gleiche oder Nahrungsmittel mit Fett strikt meidet?
  • bevorzugt alleine isst?
  • sich zurückzieht, gereizt ist, überempfindlich und lustlos?
  • häufig friert?
  • sich oft wiegt?
  • Gewicht abnimmt?
  • nach den Mahlzeiten regelmäßig die Toilette aufsucht?
  • sehr viel Sport treibt?
  • gern kocht, ohne selbst davon zu essen, auf Kalorien achtet, Rezepte sammelt, sich also ständig mit Essen beschäftig?
  • sich trotz Normal- oder Untergewicht zu dick fühlt?
  • Abführmittel nimmt?

Essstörungen haben viele Bilder. Die auffälligste Essstörung ist die Magersucht (Anorexia nervosa), die mit einem starken Untergewicht einhergeht. Sie betrifft vor allem Jugendliche und junge Frauen. Etwa 1 % der Jugendlichen erkranken an einer Magersucht. Die Betroffenen versuchen vor allem durch Hungern und intensivem Sport, an Gewicht zu verlieren. In rund 15 % der Fälle endet eine Magersucht tödlich! Das Gegenteil von Magersucht, die Fettsucht (Adipositas), ist zunächst keine Essstörung, sondern bezeichnet starkes Übergewicht.

Heißhungerattacken, bei denen große Mengen Nahrung in kurzer Zeit konsumiert werden, kennzeichnen die Bulimia nervosa (Bulimie) oder die Binge-Eating-Störung (Binge Eating Disorder, BED). Im Gegensatz zur BED unternehmen Betroffene einer Bulimie viel, um nicht zuzunehmen: Sie erbrechen absichtlich, nehmen Abführmittel oder Mittel zur Entwässerung (Diuretika), treiben exzessiv Sport, halten Diät. Etwa 5 % der Jugendlichen, davon 10 % Jungen, erkranken an einer Bulimie. Für dieses Verhalten schämen sich die Betroffenen und verheimlichen ihre Probleme.

Der neue Begriff »Orthorexia nervosa« beschreibt Essgestörte, die aus Angst, etwas Ungesundes zu essen, unter- und mangelernährt sind.

Je früher eine Essstörung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen!

Was Sie tun können

  • Das Problem ernst nehmen und mit Ihrem Kind sprechen.
  • Auf gemeinsame Mahlzeiten achten und in Ruhe und ausreichend lang essen.
  • Abwechslungsreich kochen und regelmäßig essen.
  • Keine kalorienreduzierten Produkte verwenden, Fett ausreichend einsetzen.
  • Exzessives Sport treiben Ihres Kindes einschränken.
  • Kontakt mit Freundinnen, Freunden, Lehrerinnen und Lehrern aufnehmen.
  • Schnell Hilfe suchen, wenn nötig auch gegen den Willen Ihres Kindes.