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Kinderwunschbehandlung (assistierte Reproduktion)

Als assistierte Reproduktion, auch künstliche Befruchtung, wird die ärztliche Hilfe zur Erfüllung des Kinderwunsches eines Paares durch medizinischen Eingriff bezeichnet, wenn nicht zu erwarten ist, dass dieser Kinderwunsch auf natürlichem Weg erfüllt wird.

Kinderwunschbehandlungen sind für Sie als Paar mit erheblichen Kosten verbunden. Dem Freistaat Sachsen und dem Bund ist es ein wichtiges Anliegen, dass Ihr Wunsch nach einem eigenen Kind nicht an finanziellen Hürden scheitert. Deshalb können Paare für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung einen staatlichen Zuschuss zu den Kosten der Behandlungen erhalten. Die Zuwendungen ergänzen zum einen bei Ehepaaren die Leistungen der Krankenversicherung und reduzieren weiter den Eigenanteil beziehungsweise die Selbstkosten aller Paare an den entstandenen Behandlungskosten. Grundlage dieser Unterstützung sind Förderrichtlinien des Freistaates Sachsen und des Bundes; einzusehen unter Rechtsvorschriften.

Was wird gefördert?

Der Freistaat Sachsen und der Bund gewähren Zuwendungen zu den Kosten der ersten vier Kinderwunschbehandlungen. Sie können diese Förderung für In-Vitro-Fertilisations(IVF)- und Intrazytoplasmatische Spermieninjektions(ICSI)-Behandlungen erhalten.

Wer wird gefördert?

Zuwendungen können Ihnen gewährt werden, wenn:

  • Sie als jeweils betroffenes Ehepaar oder Paar, das in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft von Mann und Frau lebt, Ihren Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen haben,
  • das Alter der Frau zwischen dem vollendeten 25. und dem vollendeten 40. Lebensjahr liegt,
  • das Alter des Mannes zwischen dem vollendeten 25. und dem vollendeten 50. Lebensjahr liegt,
  • die Maßnahmen der assistierten Reproduktion in einer im Freistaat Sachsen befindlichen Einrichtung durchgeführt werden,
  • Sie als Paar im Übrigen die weiteren Voraussetzungen des Paragrafen 27a Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung unabhängig vom Bestehen einer Ehe erfüllen.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung von Freistaat Sachsen und Bund teilt sich wie folgt auf:

Freistaat Sachsen
Sachsen fördert je nach Behandlung mit unterschiedlich hohen Festbeträgen

  • die erste bis dritte IVF-Behandlung: jeweils bis zu 375 Euro
  • die erste bis dritte ICSI-Behandlung: jeweils bis zu 450 Euro
  • die vierte IVF-Behandlung: bis zu 800 Euro
  • die vierte ICSI-Behandlung: bis zu 900 Euro

des jeweils zu tragenden Selbstkostenanteils.

Bundesrepublik Deutschland
Die Höhe der Förderung durch den Bund orientiert sich an der Höhe der Landesförderung und beträgt für

  • verheiratete Paare: bis zu 25 von Hundert des nach Abrechnung mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung verbleibenden Eigenanteils;
  • Paare, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft von Mann und Frau leben: bis zu 12,5 von Hundert für die erste bis dritte Behandlung und für die vierte Behandlung bis zu 25 von Hundert des Selbstkostenanteils,

jedoch nicht mehr als den vom Freistaat Sachsen gewährten Betrag.

Da die gesetzlichen Krankenkassen bei den ersten drei Behandlungen die Hälfte der Kosten übernehmen, verbleibt nach Inanspruchnahme der Förderung durch Freistaat und Bund etwa ein Viertel der Behandlungskosten beim Patientenehepaar. Beim vierten Behandlungsversuch beläuft sich Ihr Eigenanteil auf etwa die Hälfte der Behandlungskosten.

Paaren, die in nichtehelichen Lebensgemeinschaften von Mann und Frau leben, verbleiben nach Inanspruchnahme der Förderung bei den ersten drei Behandlungen mindestens drei Viertel des Selbstkostenanteils, beim vierten Versuch mindestens die Hälfte.

Wie erhalten Sie die Zuwendung?

Zuwendungen des Freistaates Sachsen
Die Zuwendungen des Freistaates Sachsen brauchen Sie nicht gesondert beantragen. Ihre behandelnde reproduktionsmedizinische Einrichtung berücksichtigt den Zuwendungsbetrag im Rahmen der Rechnungslegung.

Zuwendungen der Bundesrepublik Deutschland
Die Zuwendungen des Bundes müssen Sie jeweils vor Beginn der Behandlung mit dem hierfür vorgesehenen Antragsformular beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragen. Den dafür erforderlichen Nachweis über die gewährte Landesförderung erhalten Sie in Ihrer reproduktionsmedizinischen Einrichtung. Informationen zum Antragsverfahren beim Bund sowie das Antragsformular zum Download können Sie unter Weiterführende Informationen einsehen.

Welche Unterlagen benötigen Sie?

Sie benötigen

  • Ihren Personalausweis oder eine Meldebescheinigung;
  • einen von der Krankenkasse genehmigten Behandlungsplan der reproduktionsmedizinischen Einrichtung, der die Höhe der Kostenübernahme durch die Krankenkasse ausweist bzw. einen Kostenvoranschlag der reproduktionsmedizinischen Einrichtung.

Nichteheliche Lebensgemeinschaften benötigen zusätzlich

  • eine Erklärung zur Anerkennung der Vaterschaft (notariell beglaubigt);
  • alle Nachweise über Zusagen und Ablehnungen der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zur Kostenübernahme;
  • alle Nachweise über gegebenenfalls bereits geförderte Behandlungsversuche.

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